Interview: Guido Dwersteg – Einhand um den Atlantik

Interview: Guido Dwersteg – Einhand um den Atlantik

Viele wollen es, wenige haben es gemacht und er ist einer von ihnen: den Atlanik bezwingen. Doch damit nicht genug.

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Der 10.000 Meilen Mann in Action

Guido Dwersteg ist nicht nur über sondern um den Atlantik gesegelt … Einhand – d.h. solo, ohne Crew – … und das auf einer knapp 10m Yacht… etappenweise. Und das alles hat er mit einer Kamera festgehalten. Entstanden ist mehr als nur ein Film zum Thema Fahrtensegeln. Es ist ein Abenteuerfilm, eine mehr als 7 stündige Doku über einen Mann, das Meer und sein Boot.

Gerade erst seit Ende Oktober 2014 ist Guido wieder daheim in Koblenz und hat seine Reise, zu der er Mitte 2012 aufgebrochen war, beendet. Umso schöner ist es, dass der 2m Seebär, Blogger und Youtube-Star uns im Interview Einblicke in die Reise, seine Einstellung zum Segeln und seine Erfahrungen auf der Langfahrt gibt.

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Schön zu sehen: die südliche Passat-Route

TDS: Guido, wie bist du auf die Idee zum Einhandtörn gekommen?

GD: Im Winter 2011/2012 habe ich – wie in der segelfreien Zeit üblich – viel überlegt, was man in der kommenden Saison so machen könnte. Carpe Diem stand zu dieser Zeit in der Ostsee im Winterlager. Also in der Ostsee schippern? Wieder zurück in die Nordsee? Oder mal was wirklich Großes? Die vielen Bücher von Wilfried Erdmann hatten in mir schon lange die Sehnsucht nach einer Langfahrt geweckt. Nicht zuletzt deshalb, aber auch wegen einer persönlichen Krise Anfang 2011 (im März 2011 war ich für einige Monate an einer Depression erkrankt) kam ich dann irgendwann auf die Idee des Atlantik zu überqueren. Irgendwas musste mal wieder geschehen in meinen Leben. Und wenn schon, denn schon… also alleine bzw. Einhand.

TDS: Wie lange war deine Vorbereitungszeit?

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Die Carpe Diem, eine Bavaria 32 Holiday

GD: Im Grunde ging die Vorbereitung unmittelbar nach dem Entschluss zur Reise los, also etwa im Dezember 2011. Das Gros der Dinge war dann im Juni 2012 erledigt.

TDS: Die Carpe Diem (Bavaria 32 Holiday) hattest du schon vor dem Entschluss zum Atlantiktörn. Stand für dich von vornherein fest, dass du mit dem Boot segelst oder gab es Zweifel oder andere Überlegungen?

GD: Tatsächlich habe ich doch einige Zeit damit zugebracht zu überlegen, ob Carpe das richtige Boot für einen solchen Törn ist. Damals ging es ja sogar “nur” um die Passat-Route. An die vermeintlich anspruchsvollere Rücktour über den Nordatlantik habe ich zu dieser Zeit ja noch gar nicht gedacht. Alles in allem kam ich aber dennoch sehr schnell zu dem Entschluss die Fahrt mit Carpe zu machen. Erstens hatte ich ohnehin keine Mittel für ein großartig anderes Boot und zum Zweiten war mein Vertrauen in Carpe schon damals groß.

TDS: Welcher Abschnitt deiner Route war der Herausfordernste?

GD: Die sechs Tage zu den Kanaren und auch die anschließenden neun Tage zu den Kapverden waren für mich schwer. Nach der Biskaya waren dies die beiden ersten echten Langfahrten für mich. Auf dem Weg zu den kanarischen Inseln hat es im Grunde nie weniger als 6 Windstärken gehabt. Das war schon zermürbend wenn man das vorher nicht kennt. Richtung Kapverden war ich dann einfach nicht richtig ausgeruht. Auch hier hatte ich tageweise ordentlich Wind und war letztlich froh, auf den Kapverden für drei Wochen eine Pause einzulegen. Auf der Rückfahrt hatte ich es in den letzten Tagen vor den Azoren schwer. Wenig Schlaf, Starkwind genau gegenan und Sorge ums Boot haben doch am Nervenkostüm gezehrt.

TDS: Es heißt, ein Seemann kann überall jederzeit schlafen. Wie war das während der Fahrt? Hast du leicht in den Schlaf gefunden?

GD: Anfangs war schlafen wirklich schwer. Irgendwann gewöhnt man sich aber tatsächlich an die Unruhe und Bewegung im Schiff. Wenn es nicht gerade richtig gekachelt hat, konnte ich also recht gut schlafen. Nichtsdestotrotz kann man das nicht mit einem gesunden, normalen Schlaf wie zu Hause vergleichen. Man ist schon mehr oder weniger chronisch übermüdet. Als ich wieder zu Hause war hatte ich übrigens das umgekehrte Problem. In meiner ruhigen Heia bin ich spätestens alle Stunde wach geworden und wollte meine Umgebung checken 😉

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Wo er da wohl war?

TDS: Wenn du zurückblickst, was würdest du heute vermeiden wollen bzw. anders machen?

GD: Ich würde mir hier und da mehr Zeit nehmen. Auf der Hinfahrt war ich doch manchmal von zu viel Unruhe getrieben und wollte schnell viel Strecke machen.

TDS: Du wirkst in den Filmen (der 2. Teil, Rolling Home ist erst vor wenigen veröffentlicht worden) vor der Kamera sehr routiniert. Insgesamt sind die Filme absolut authentisch, nichts wirkt gekünstelt oder gestellt. Das kommt sehr sympathisch an. Hattest du vor dem Törn bereits Erfahrungen mit filmen und gefilmt werden? Was würdest du denen die auch an Bord filmen wollen mit auf den Weg geben?

GD: Nein, gar keine Erfahrungen. Weder im filmen, noch gefilmt werden. Ich bin da wohl sehr unbedarft und daher auch unaufgeregt dran gegangen. Mich zu verstellen oder Dinge falsch zu schildern, liegt ohnehin nicht in meiner Natur. Die Filme sollten ja in erster Linie auch nur eine Dokumentation für mich selbst und vielleicht ein paar Interessierte werden. Das da so ein großes Ding draus geworden ist, wundert mich bis heute 🙂

TDS: Solide Seemannschaft und gute Selbsteinschätzung sind für einen Skipper selbstverständlich. Was denkst du, sind noch wichtige Eigenschaften für Skipper, die den Atlantik per Segelboot überqueren wollen?

GD: Im Grunde hast du schon die wichtigsten Dinge genannt. Was den Rest betrifft, kommt es meiner Meinung darauf an, ob mit Crew oder ohne. Für eine Crew sollte der Skipper nach Möglichkeit immer Sicherheit und Souveränität ausstrahlen. Dazu gehört auch sowohl Ruhe als auch mal Autorität. Ohne Crew sollte der Skipper vor allem mit sich selbst und der Einsamkeit gut klar kommen. Das sollte man nicht unterschätzen.

TDS: In den letzten Jahren bist du nicht nur Einhand gesegelt. Wenn du eine Erfahrungen Einhand mit Crewsegeln vergleichst, worin bestand die größte Herausforderung, eher in alltäglichen Sachen, oder nautischen Belangen oder mental?

GD: Wie schon zuvor beschrieben, sollte man beim Einhand segeln gut mit sich und der Situation klar kommen. Wer ein Problem mit dem alleine sein hat oder schnell Angst bekommt, sollte sich gut überlegen alleine in See zu stechen.  Auch mir hat dann und wann der Austausch mit einem Gegenüber gefehlt. Dafür nervt aber auch keiner 😉 Das man beim alleine segeln eben alles (aber auch wirklich alles) alleine machen muss, versteht sich mehr oder weniger von selbst. Da geht keiner mal für dich Wache, kocht dir, nimmt dir ein Manöver ab oder schlüpft für dich ins nasse Ölzeug. Das machst immer du selbst und kann mitunter ganz schön anstrengend und auch mal nervig werden. Auch darüber sollte man sich im Klaren sein.

TDS: So ganz ohne Blessuren hast du den Törn nicht überstanden: an ner Muschel geschnitten, den Finger aufgerissen, unterwegs an der Bandscheibe operiert. Gab es unterwegs einen Punkt, an dem du hinschmeißen wolltest?

GD: Du hast den gebrochenen Zeh Richtung Kanaren vergessen 🙂 Die Blessuren waren natürlich ärgerlich, aber im Grunde nie ein Grund hinzuschmeissen. Zugegeben, die Bandscheibe hat mich schon ganz schön aus der Bahn geworfen. Da war ich aber ja schon fast zu Hause. Wenn ich mal wirklich übers aufgeben nachgedacht habe (und das tut man natürlich), dann eher wegen Erschöpfung nach langen anstrengenden Etappen oder aber wenn ich mich mal wirklich alleine gefühlt habe.

TDS: Wie hast du es angestellt, dass deine Frau/Freundin so hinter der Sache steht?

GD: Habe vorher die richtige Frau ausgesucht 😉

TDS: Dein Törn hat auch einen karitativen Hintergrund. Du hast Spendengelder für HELFT UNS LEBEN!, eine Initiative der Rhein-Zeitung, gesammelt. Magst du uns dazu noch was erzählen?

GD: Klaro. Die Idee mit dem Spenden sammeln kam mir ziemlich früh. Ich glaube damals war bei mir in der Gegend ein Sponsorenlauf oder so was. Was lag da näher, als auch mein Abenteuer mit einem guten Zweck zu verbinden. Schnell war damals mit HELFT UNS LEBEN! ein guter und zuverlässiger Partner hier vor Ort gefunden, der das ganze auch noch redaktionell etwas aufbereitet hat. Insgesamt kamen dabei knapp 5000 EUR für ein Hilfsprojekt in der Sahelzone zusammen. Coole Sache. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle Spender und “Meilen-Sponsoren”.

TDS: Vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns genommen hast. Gut Wind und immer ne handbreit Wasser unterm Kiel!

 

Links im Beitrag:

http://www.helft-uns-leben.de/

http://www.törn.de/

http://www.segel-filme.de

 

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Know How: Navigation in Gezeitengewässern

Es gehört wohl zu den absoluten Alptraumszenarien aller Segler: auf Grund laufen. Die Gründe für eine Grundberühung können so vielfältig sein, eine Untiefe übersehen, verpasst das Lot zu checken, von Strömung oder Wind vom Kurs abgetrieben oder oder oder. Auf der Rundeuroparoute habe ich deshalb den größten Respekt vor der Nordseeküste und dem Englischen Kanal mit den dort herrschenden Gezeiten. Fahrtenseglern die bislang überwiegend auf der Ostsee oder dem Mittelmeer unterwegs waren, sind Gezeiten fast völlig unbekannt oder zumindest sind Gezeiten für sie kein elementer Faktor in der Navigation. Für die Nordseeküste und den Englischen Kanal sieht das anders aus. Ohne Einbeziehung der Gezeiten ist keine sinnvolle Planung möglich. Es gibt etwa Häfen, die bei Niedrigwasser nicht angelaufen werden können, sondern nur bei ausreichend Wasserstand. Das bedeutet im Umkehrschluß, dass wenn man in so einem Hafen erstmal liegt, man auch nicht so einfach nach Lust und Laune wieder auslaufen kann.

Beeindruckend ist auch, sich den Tidenhub – also den Höhenunterschied zwischen Ebbe und Flut – in Zahlen anzuschauen:

In Roscoff, einem Hafen in der Bretagne, schon sehr weit westlich und kurz vor dem Atlanik oder etwa in Le Havre, in der Normandie, werden durchschnittlich 8m Tidenhub gemessen. Das entspricht etwa der Höhe eines Einfamilienhauses.

Nun fällt es auch nicht weiter schwer sich vorzustellen, dass Wasser welches in regelmäßigen Abständen zu- und abfließt auch eine starke Strömungsgeschwindigkeit hat. Auch das muss bei der Navigation berücksichtig werden, sonst macht man gegen den Strom zwar Fahrt durchs Wasser, aber keine Fahrt über Grund. Bestenfalls plant man so, dass man mit dem Strom abläuft und die Gezeitenströmung so zum eigenen Vorteil nutzt.

Guido Dwersteg von der Carpe Diem hat zur Navigation in Gezeitenrevieren ein tolles Youtube Video veröffentlicht. Da wird die Komplexität des Themas noch mal deutlich.

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Know How: Das SRC Seefunkzeugnis

Und wieder ist ein weiterer Schritt getan. Für den 6. und 7. Dezember bin ich zum Wochenendkurs als Vorbereitung zur Prüfung des SRC (Short Range Certifikate) Seefunkzeugnis angemeldet. Am 11.12. findet dann die Prüfung zum Erlangen des „beschränkt gültigen Funkbetriebszeugnisses“, so heisst der SRC Schein im Beamtendeutsch, statt.

Weshalb brauche ich das SRC? Tatsächlich ist das Funkbetriebszeugnis für den Schiffsführer vorgeschrieben, wenn ein an Bord befindliches UKW-Seefunkgerät mit GMDSS-Funktionalität benutzt wird. Das Schöne am SRC Schein ist, dass er international anerkannt ist, d.h. weltweit genutzt werden kann.

Wichtiger als diese Formalität ist mir jedoch, dass ich lerne, souverän mit dem Seefunk und dem Gerät umzugehen. Im Notfall wird nämlich nicht viel Zeit sein und sicherer Umgang kann entscheidend sein.

Besonders clever vom Veranstalter des Kurses, auf der Website gibt es KOSTENFREI jede Menge tolles Material zur SRC Funkzeugnis Prüfungsvorbereitung:

http://www.nautik-funk-berlin.de/Download/Neue-Pruefungsfrageboegen-SRC-Seefunkzeugnis.pdf

http://www.nautik-funk-berlin.de/Download/Neue-Seefunktexte-ab-Oktober-2007.pdf

http://www.nautik-funk-berlin.de/Download/Fragenkatalog-SRC-Pruefung-Seefunkzeugnis.pdf

Fotos und mehr Infos zum Kurs folgen dann in ein paar Wochen 🙂

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Know How: Welche Nachweise brauche ich? Was muss ich können? Was muss ich wissen?

Obwohl ich kein Segelneuling bin und auf 24 Jahre Erfahrung auf dem Wasser, als Crewmitglied und als Skipper, zurückblicken kann, habe ich ungeheuren Respekt vor der Aufgabe, die ich mir gestellt habe. Vielleicht aber gerade auch deswegen.

Der Törn rund um Europa führt über einige der am schwierigsten zu befahrenen Gewässer. Da wäre etwa der Ärmelkanal, die am stärksten befahrenen Seeschiffahrtsstraßen der Welt mit komplexen Tiden und Verkehrstrennungsgebieten zwischen den Ost- und Westrouten. Da ist die Biskaya, mit dem Kontinentalschelf, Atlanikwellen und unberechenbaren Westwinden. Und nicht zu vergessen die Straße von Gibralta mit ihren berüchtigten Windwechseln.

Davon abgesehen gelten unterwegs sicherlich unterschiedliche rechtliche Vorschriften: Einklarieren, Ausklarieren, Flaggenführung, Schiffspapiere und Bootsversicherung, Seefunk, Skipperbefähigung, bauliche Bestimmungen des Boots, usw. Davon habe ich ehrlich gesagt noch nicht die geringste – oder zumindest nur wenig – Ahnung. Natürlich habe ich den Sportbootführerschein Binnen und See, aber reicht das? Muss ich beim Kauf des Boots an besondere bauliche Vorschriften denken? Zum Beispiel herrscht in der Türkei eine Tankpflicht, deren Entleerung über eine Bluecard kontrolliert wird. Das bedeutet gleichzeitig, dass ich überhaupt erstmal einen Fäkalientank brache (auch Blackwater-Tank genannt, in Abgrenzung zum Greywater, welches Dusch- und Pantryabwasser ist).

Mein vielleicht größtes Handicap ist, dass ich von Motoren überhaupt keine Ahnung habe, noch nie ein Funkgerät angefasst habe und auch eher handwerklich zwei linke Hände habe – wenngleich mit großem Improvisations- und Überlebenstalent gesegnet.

Last but not least, gilt  es meine bessere (wirklich viel viel viel bessere) Hälfte auch „mitzunehmen“. Sie als Segelneuling an allen Themen teilhaben zu lassen, immerhin ist sie Co-Skipper und sollte im Notfall in der Lage sein „den Kahn ins Trockene“ zu bringen und auch sonst soll uns das ganze Vorhaben gemeinsam weiterbringen.

Nun steht erstmal die Wintersaison vor der Tür und mit segeln ist für die nächsten Monate Feierabend. Die perfekte Zeit, um die zuletzt genannte Punkte anzugehen.

  • Verständnis schaffen & Leidenschaft für das Vorhaben entfachen
  • SRC-Funkzeugnis machen
  • Charterplanung für 2015, um Wissen- und Erfahrungslücken zu schließen

 

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Planung: Wo fange ich an? Bootskauf? Törnplanung? Zeitlichen Rahmen abstecken? Budget aufsetzen?

Nachdem der Entschluss erstmal gefasst ist, prasseln HUNDERTE von Fragen auf mich ein und damit stellt sich das Problem: wo anfangen?
Das Wichtigste vorab – das bete ich seit Wochen täglich wie ein Mantra vor mir her.

Ein Bootskauf und eine Langfahrt sind keine Raketenwissenschaft.

Das ist vielleicht wirklich schon die wichtigste Erkenntnis. Man muss es sich also nicht zu kompliziert machen. Aber wozu dann überhaupt dieser Blog? Meine Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass eine gute Planung gepaart mit der nötigen Flexibilität die Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung erhöht. Sprich, wenn man sich vorher Gedanken macht, dann ist das Vorhaben einfacher umzusetzen.

Deshalb also Planung und damit anfangen, die einzelnen Themen zu Blöcken zusammenzufassen.

Die Planung als Mindmap von http://bubbl.us
Die Planung als Mindmap von http://bubbl.us

Meine großen Herausforderungen sind also Budget, Zeitrahmen und der Aufbau von Wissen. Zu jedem dieser Themenblöcke gibt es Unterthemen die wiederum Unterpunkte haben können. Man sieht sehr schön, wie die groben Themen nach unten immer konkreter werden. „Know-How aufbauen“ klingt noch sehr schwammig. „Einen Erste Hilfe Kurs machen“ ist dagegen schon ein ganz konkretes Vorhaben. Diese erste Planung wird sicherlich für jeden der sie macht unterschiedlich ausfallen. Der ein oder andere wird vielleicht noch einen Seeschein oder SKS oder ein anderes Zeugnis machen wollen. Mit meinem Sportbootführerschein See fühle ich mich gut bedient, daher entfällt das bei mir unter Qualifikation.

Ich habe auch gleich überlegt, wie einzelne Themen miteinander zu tun haben. So hat das Budget natürlich auch Einfluss auf den Zeitrahmen. Ist ja auch klar, je mehr Budget da ist, desto länger kann die Tour gehen. Oder auch die Abhängigkeit des Yachtkaufs von der Tourenplanung, viele kurze Törns mit Liegenzeiten in Häfen begünstigen ein kleineres Boot, wegen der nicht geringen Liege- und Unterhaltskosten. Die Tourenplanung bestimmt aber letztlich auch, an welchen Stellen ich noch vorab Reviererfahrung aufbauen will, etwa auf dem Ärmelkanal, der Biskaya oder oder oder.

In der nächsten Zeit nehme ich mir die einzelnen Punkte genauer vor. Hab ich was vergessen?

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Ausrüstung: Törnplanung mit Opensource Seekarten

Von Binnengewässern kenne ich die Revierführer als Ringband. Auf der Nordsee, der Ostsee und auch im Mittelmeer habe ich bislang gedruckte Seekarten zur kurzen Törnplanung genutzt, von Marina A zu Marina B, und dann jeweils auf dem Boot die Koordinaten als Wegpunkte in das Navi eingegeben. In Foren, bei Facebook und auch von meinem Schwager habe ich immer mal wieder gehört, dass das inzwischen einfacher ist. Gerade für längere oder komplexere Routen kann man die Wegpunkte daheim am Computer oder Tablet direkt aus digitalen Seekarten raussuchen und dann mit dem Navi synchronisieren. Tolle Sache, erspart es doch Zeit auf dem Boot, wenn man das in einem Rutsch machen kann. Zumal man sicherlich so auch Alternativrouten vorbereiten kann. Ich nehme mir also vor auch in den Genuss dieses Komforts zu kommen. Nur, wo anfangen?

Erste Anlaufpunkt ist natürlich mein Schwager. Der ist genauso technophil wie ich und segelt immerhin mit seiner Odin 820 und der Familie jedes Jahr im Mittelmeer. Da kommt sie schon, die erste Klatsche, „Ich mach das auch dem Mac und synchronisiere das dann mit dem iPad und blablabla.“ Nach „Mac“ habe ich mich schon geistig verabschiedet, denn ich bin seit 2006 Apple-frei (und das ist gut so). Von meiner Segelgruppe bei Facebook erfahre ich, dass anscheinend die für Apple verfügbare Software das Maß aller Dinge ist. Schließlich ein kleiner Lichtblick bei Stephan, der nutzt Navonics, hat aber anscheinend demnächst was Neues am Start. Navonics hat immerhin eine Seekarten WebApp und bietet Apps sowohl für Android als auch iOS und auch Windows Mobile. Das ist doch schon mal was!

Bei weiteren Recherchen stoße ich auf das Projekt Openseamap. Heureka! Die nächsten Tage und Wochen werde ich mal schauen, was das gute Stück so alles kann und ob es sich für meine Planung eignet. Darüberhinaus bin ich für alle Tipps, Empfehlungen und Erfahrungen zu digitalen Seekarten dankbar.

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Messebesuch: hanseboot 2014

Wir waren auf der hanseboot 2014 in Hamburg. Für mich war es die erste Bootsmesse seit etwa 10 Jahren. Sinn des Besuchs war es einerseits Melly an das Thema Yachten heranzuführen, einige Bootstypen als potentielle Kandidaten zu „scouten“ und auch einen Überblick über den aktuellen Stand der Möglichkeiten zu bekommen.

Zumindest den ersten Teil können wir als erfolgreich verbuchen 🙂 Nachdem die anfängliche Skepsis überwunden und die ersten Yachten begutachtet wurden, ging es ganz flott, „Das gefällt mir!“, „Wahnsinn wie viel Platz hier ist!“, „Das ist doch so totaler Unfug!“, usw. Ich hab mich bemüht so viel wie möglich zu erklären. Was ist der Unterschied zwischen Lang- und Kurzkiel? Wo liegen die Vor- und Nachteile? Wie läuft das mit Steuerrad oder Ruder? Weshalb ist mir was beim Boot wichtiger und was weniger? Besonders haben es uns zwei Decksalon Yachten angetan, doch zu denen an anderer Stelle mehr.

Dann gab es natürlich noch Stephan und Polly. Es war schön Stephan mal live zu erleben. Voll Inbrunst hat er vom Bente 24 Projekt geschwärmt und man merkt, dass der Mann voll und ganz dahinter steht. Das neue „Volksboot“ – so der Bente Untertitel – ist schon sehr interessant und auch die Idee des Downsizing in Anwendung auf ein modernes Boot zu sehen ist toll, aber für unseren Plan orientieren wir uns doch an 31+ Fuß. Leider war Stephan so unter Beschlag von Besuchern, dass fast keine Zeit für einen ausführlichen Schnack blieb. Ich hoffe, wir können das nachholen.

Genau am Stand von Bente 24 kam es aber zum für mich schönsten Messemoment, vielleicht sogar zum Wiedersehens des Jahres: mir lief mein lieber Freund und ehemaliger Vorschoter aus Jugendzeiten Thomas aus Neubrandenburg mit seiner Freundin über den Weg. Kaum vorzustellen, wir hatten uns wohl vor 14 Jahren das letzte Mal gesehen.

Ganz am Rande gab es noch eine Minipremiere. Anstatt klassisch ein Hotelzimmer für den Messebesuch zu buchen, hatte ich über airbnb.de ein Zimmer reserviert, per App auf dem Handy. Total klasse Sache!

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Wie es begann – Was bringt einen Normalo auf die Idee sich ein Boot zu kaufen?

Segeln, Meer, Boote allgemein haben es mir schon immer sehr angetan. Doch reicht das wirklich aus, um sich in das Abenteuer „Eigene Yacht“ zu stürzen und dann gleich einen Plan wie 3.500 sm rund um Europa anzugehen?

Vorweg, Menschen wie mich gibt es Tausende und Abertausende, direkt um Sie herum und vielleicht sind Sie sogar „wie ich“: wir haben irgendwann in Kindertagen segeln auf dem Opti gelernt, sind später auf größere Jollen gewechselt. Später dann haben wir auch mal den Binnen- und Seeschein gemacht und jetzt, vielleicht im Höhepunkt des Berufslebens, finden wir nicht mehr wirklich die Zeit segeln zu gehen. Alle Jubeljahre chartern wir uns irgendwo ein und natürlich, ja, Urlaub an der Küste, so oft es geht. So mit schön am Strand liegen, baden und spazieren gehen.

Genau das ist meine Ausgangslage. Und ich bin es leid nicht zu machen, was ich wirklich will, segeln.

Deshalb wird jetzt auf konkrete Ziele hingearbeitet:

  1. In (oder ab) 2016 ein Boot kaufen
  2. Mit dem Boot (wo auch immer der Starthafen sein mag) rund um Europa bis ins zentrale Mittelmeer
  3. Den Song „What shall we do with the drunken sailor“ auf der Ukulele spielen lernen

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