Know How: Top 10 Knotenkunde – Seemannsknoten Hitliste

Man braucht sie. Man – gerade als Anfänger – hasst sie. Und das, obwohl sie an Bord unsere besten Freunde sind: Seemannsknoten. Allgegenwärtig sind die Worte meine Segellehrers aus Jugendjahren, „Ein Knoten muss sich leicht stecken oder schlagen lassen, stabil bei Belastung sein und sich leicht wieder lösen lassen. Dann ist es ein echter Seemannsknoten“. Im Grunde habe ich dem auch nach vielen hundert Seemeilen nichts hinzuzufügen.

Hier meine Hitliste der wichtigsten Seemannsknoten an Bord

Knoten die jedes Crewmitglied auf einer Langfahrt draufhaben sollte, sind grün markiert.

  1. Achtknoten (Leinenende sichern, z.B. um das Durchrutschen eines Schotendes durch einen Block zu verhindern)
  2. Kreuzknoten oder noch besser, der Zeppelinstek (zwei gleich dicke Leinen verbinden, z.B. wenn man zwei gleiche Leinen zu einer Schleppleine verbindet)
  3. Schotstek (zwei unterschiedlich dicke Leinen verbinden, z.B. eine Festmacherleine mit einer Wurfleine verbinden)
  4. Kopfschlag (zum Belegen einer Leine an einer Klampe, z.B. beim Festmachen am Hafen)
  5. Palstek (um eine sich nicht zuziehende Schlinge in eine Leine zu machen, z.B. beim Festmachen an einem Pfahl oder wenn man eine Rettungsschlaufe zum bergen machen muss)
  6. Webleinstek (Festmachen einer Leine an einem Ring oder Pfahl)
  7. Rundtörn mit zwei halben Schlägen (Festmachen einer dünneren Leine an einem Ring oder Pfahl, wenn der Webeleinstek sich zu festziehen würden)
  8. Roringstek, ich nenne ihn meist „Ankerknoten“ (Festmachen an einem Ring oder Kettenglied)
  9. ??
  10. ??

Weshalb sind mir die grün markierten Knoten wichtig und weshalb bestehe ich darauf, dass meine Mitsegler die Knoten beherrschen (wer sie nicht kann, bekommt sie während der Fahrt beigebracht)? Ich bin wirklich kein Pedant sondern eher ein Pragmatiker. Auf einem Boot sollte man sich jedoch bei allen sicherheitsrelevanten Dingen keinen Schlendrian erlauben. Und genau das sind Knoten für mich: sicherheitsrelevant. Es ist wichtig, dass die Knoten schnell gemacht sind. Es ist wichtig, dass die Knoten, wenn nötig, schnell wieder gelöst werden können und zwar von allen und nicht erst mit Hilfe einer Axt oder eines Messers eine Leine gekappt werden muss. Es ist wichtig, dass die Knoten halten, weil sonst vielleicht in der Nacht das Boot, vom Anker losgelöst, auf eine Untiefe läuft, oder dass das Boot, wenn man vom Einkaufen zurück ist, plötzlich mit der Nachbaryacht kuschelt und sich gerade eine Relingstütze liebevoll durch das Gelcoat des teuren Nachbarn scheuert (sowas passiert immer nur dann, wenn neben einem das teuerste Boot vom Hafen liegt), oder dass bei einer Bö eine Klemme bricht und eine Schot oder ein Fall durch Block und Rolle läuft und … was auch immer alles geschehen kann.

Also, gute Knoten sind keine Beschäftigungstherapie oder ein Ausleben meiner fiesen, sadistischen Ader – oder zumindest nur ein bisschen, sie sind sicherheitsrelevant, für alle an Bord.

Noch ein Tipp: Wer Knoten üben möchte, aber keine Leinen daheim hat, der kann auf Bootsmessen sehr preiswert oder manchmal sogar kostenlos Leinenreste bei Ausstattern ergattern.

Hier noch ein paar weiterführende Links zu Websites, die sich mit Knoten befassen, Anleitungen und Videos:

http://www.segel-filme.de/praxis/knoten-und-spleissen/

http://www.seemannsknoten.info/

http://www.wasserwacht-bernau.de/knoten.htm


 

 

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