Einen Seemeilennachweis führen

Für die meisten Bootsführerscheine, die über den Sportbootführerschein See hinausgehen, muss man entsprechende nautische Erfahrung nachweisen. Für deutsche Zeugnisse wie den Sportküstenschifferschein (SKS) oder den Sportseeschifferschein (SSS) müssen beispielsweise 300 Seemeilen bzw. 1.000 Seemeilen in küstennahen Gewässern nachgewiesen werden. Die englische Entsprechung der deutschen Scheine sind der Yachtmaster Coastal und der Yachtmaster Offshore der Royal Yachting Association (RYA). Für diese Zertifikate werden unter anderem Nachweise über 800 bzw. 2.500 Seemeilen benötigt.

Seemeilen sammeln ist für den ambitionierten Segler auf großer Fahrt also mehr als nur Beschäftigungstherapie. Der Nachweis über gefahrene Seemeilen gilt auch als Nachweis über geleistete Seemannschaft – die man dann in entsprechenden praktischen und theoretischen Prüfungen noch belegen muss.

Wann sollte man nun mit dem „Meilensammeln“ anfangen? Die Antwort darauf ist denkbar einfach: so früh wie möglich!

Meilennachweis
Beispieltörn im Meilenbuch

Wie läuft das mit dem Seemeilennachweis? Generell gibt es keine feste Form, in der der Meilennachweis zu erfolgen hat. Es gibt jedoch bestimmte Informationen, die aus dem Nachweis ersichtlich sein müssen:

  • das Datum des Törns
  • Ausgangs- und Zielhafen oder Routenbeschreibung
  • die eigene Funktion an Bord
  • Anzahl der gefahrenen Seemeilen (laut Logbuch)
  • Schiffsname
  • Name des Eigners
  • Schiffsflagge
  • Name des Skippers und dessen Qualifikation

Meine Meilen dokumentiere ich in einem Meilenbuch (von Rolf Dreyer). Das ist klein und handlich, lässt sich leicht verstauen, verfügt über einen harten, robusten Einband und bringt alle erforderlichen Felder für den Meilennachweis mit. Man muss es nur noch ausfüllen. Der Kostenpunkt von knapp 10 € ist für mich OK. Wie bereits gesagt, ist man nicht an diese Form gebunden. Es würde auch gehen, wenn man sich eine eigene Vorlage etwa in MS Word macht oder im Netz nach einer Vorlage sucht. Hauptsache man kann es lesen und alle nötigen Informationen sind enthalten.

Wie man sieht, gehöre ich an Bord eher zu den Schreibfaulen 🙂 Von daher beschreibe ich lediglich die jeweiligen Häfen entlang der Route und sammel dann von den jeweiligen Häfen die Stempel. Das stempeln übernimmt der Hafenmeister. Das dient dem Nachweis, dass man tatsächlich da war und sich das nicht nur ausdenkt.

Sehr wichtig ist es, die eigene Funktion an Bord herauszustellen. Wer nur als Crewmitglied unterwegs ist, wird diese Meilen für eine Prüfungszulassung zum Führerschein nicht anerkannt bekommen. Die eigene Funktion muss Schiffsführer (Skipper), Wachführer oder Navigator sein. Wer sich also auf einen Törn zum Meilen sammeln einchartert, sollte den Skipper vorab darüber informieren und sich dann auch auf eine Funktion einigen.

Weitere Fragen in Zusammenhang mit dem Führen eines Meilennachweises.

Zählen nur die Meilen unter Segel? Nein, es zählen die gesamt auf der Strecke zurückgelegten Meilen, analog zum Logbuch. Dazu gehören im übrigen auch An- und Ablegemanöver im Hafen.

Was, wenn ich selbst der Skipper bin? Ganz einfach, der Skipper darf für sich selbst unterschreiben. Am besten noch Zeugen, etwa ein Crewmitglied,  bitten die Angaben schriftlich im Meilenbuch als Zeuge zu bestätigen oder einen Charterbeleg für die Fahrt beifügen..

 

 

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