Vorbereitungen auf die Segelsaison 2015

Vorbereitungen auf die Segelsaison 2015

Nach über zwei Monaten Funkstille wird es Zeit, wieder ein Lebenszeichen von sich zu geben. Nicht, dass der Eindruck entsteht, ich wäre untätig gewesen oder hätte das Vorhaben schleifen lassen oder mich gar davon verabschiedet 🙂

Tatsächlich habe ich genau das gemacht, was der Segler im Winter tut: sich auf die kommende Segelsaison vorbereiten.

Was gehört zu diesen Saisonvorbereitungen dazu? Wer bereits Eigner eines Bootes ist, der verbringt die Zeit oft mit Bootspflege und Arbeiten im Winterlager. Gerade unter Eignern von Holzbooten gilt eine Weisheit, die mein Vater – selbst über Jahrzehnte Eigner mehrerer verschiedener Holzboote – mir früh vermittelte: „Für jede Stunde segeln im Sommer, verbringst Du zwei Stunden Arbeit im Winterlager.“

Doch wer denkt, dass „kein Boot haben“ gleichzusetzen ist mit „sich keine Gedanken machen müssen“, der ist im Unrecht. Die Aufgaben sind nur andere. Meine Saisonvorbereitungen für das Segeljahr 2015 umfassen lesen, lernen und planen.

Lesen

Was gibt es Schöneres, als dem kalten, feuchten deutschen Winter mit einem schönen Buch über Segeln zu entfliehen. Insbesondere zwei Bücher haben mich diesen Winter vor Trübsal gerettet und die Vorfreude auf die Saison wach gehalten (zu Amazon auf die Bilder klicken).

BlueShip – Zwei Männer und viel Meer: Eine ungewöhnliche Weltumseglung
Komm, wir segeln um die Welt

 

Vom „BlueShip“ gibt es einen Dokumentarfilm, der super lustig und charmant sein muss. Was Hubi und Richi erlebt haben, ist einfach der blanke Wahnsinn. Aber genau das ist es doch eigentlich, worum es beim Fahrtensegeln geht: Neues und anders er-leben und sehen, dass man klar kommt und es genießen kann.

Das Buch von Beate beschreibt viele unterschiedliche Phasen einer Langfahrt in einer sehr menschlichen und auch unbedarften Art. Deshalb scheint das Buch die Seglergemeinschaft stark zu polarisieren. Mir gefällt ihr Blickwinkel als Besatzungsmitglied und Segelneuling, bringt das doch einige Perspektiven, die uns, die wir auf Booten aufgewachsen sind, fehlen. Das Buch ist schon vor 40 Jahren erschienen und wäre es weniger menschlich, mehr technisch oder stärker nautisch bezogen, wäre sicherlich einiges inzwischen antiquiert. So aber ist ihre Geschichte immer noch top aktuell. Sie lebt inzwischen auch in Berlin. Vielleicht bekomme ich es hin, dass man sich trifft. Wäre jedenfalls ein Kracher 🙂

Lernen

„Wer seine Schwächen nicht kennt, hat eine Stärke zu wenig.“ Lothar Habler

Schon als ich den Plan zum „Segelabenteuer Europa“ gefasst habe, war mir bewusst, dass ich in bestimmten Themen Defizite habe. Lernen und der Aufbau von Wissen, um diese Lücken zu schließen, ist daher für mich unerlässlich. Das Erreichen des SRC Seefunkzeugnis hat mich schon ein gutes Stück vorangebracht, allerdings fühle ich noch zu viel Unsicherheit beim Thema Yachtwartung. Ich möchte in der Lage sein Notreparaturen an Bord, sowohl am Rumpf und den Aufbauten, aber auch an der Elektrik und dem Motor eigenständig durchzuführen und den Kahn für die Besatzung sicher in den nächsten Hafen (oder auf die nächste Sandbank) bringen zu können. Zudem ist es mir wichtig, dass ich die Arbeit von Fachleuten am Boot verstehe, selbst wenn ich sie nicht machen kann, und wenn es nur ist, um nicht total abgezockt zu werden und für eine Reparatur 1000 € hinzulegen, wenn das eigentlich eine Kleinigkeit wäre. Vor diesem Hintergrund also habe ich angefangen mich mittels Fachliteratur (zu Amazon auf die Bilder klicken) in zwei Themenbereiche einzuarbeiten.

Bootswartung: Maschine - Rumpf - Deck von Pat Manley
Bootswartung: Maschine – Rumpf – Deck von Pat Manley

Dieselmotoren: Funktion - Betrieb - Wartung von Andrew Simpson
Dieselmotoren: Funktion – Betrieb – Wartung von Andrew Simpson

Planen

2015_03_05_20_12_20_OpenSeaMap_die_freie_Seekarte

Hier sind so viele glückliche Umstände zusammengekommen, dass es einem fast peinlich sein kann 🙂 Einerseits sind in unserer Firma die Urlaubstage aufgestockt worden, so dass ich in den Vorteil von noch mehr Zeit zum Segeln komme. Andererseits habe ich über den Winter ganz unglaublich tolle Menschen kennen lernen dürfen, deren Saisonplanung sich ganz hervorragend um meine Person ergänzt. Es sind für die Segelsaison 2015 drei Törns geplant, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Der Saisonauftakt ist im Mai und führt mich auf die Ägäis (eine Premiere für mich!). Mein Vater und ich sind bei Hermann zu Gast auf seiner DAISY, einer wunderschönen Ketsch.

Wenn der zweite Törnplan aufgeht, dann führt er mich eine Woche im August auf den Solent und den Ärmelkanal. Das wäre schon ein echter Knaller, denn das sind aufgrund der Tide und dem Seeverkehr sehr anspruchsvolle Segelreviere. Beim Gedanken daran endlich mal die Kanalinseln Guernsey oder Jersey zu besuchen und diese seglerisch herausfordernden Reviere zu befahren, kribbelt es richtig vor Vorfreude. An den Törn bin ich über das Segeln Forum gekommen.

Definitiv ein absolutes Highlight wird der dritte Törn. Im September geht’s eine Woche zu einem Flottillentörn nach Kroatien (nahe Zadar). Hier freue ich mich gerade auf den Austausch mit anderen Skippern, aber auch auf einen entspannten Saisonabschluss.

Wie sah eure Saisonvorbereitung aus oder seid ihr noch mitten drin?

Share

Community: Gewittersegeln – Autoren und Erfahrungsberichte gesucht

„Gewitter trifft jeden auf dem Meer im Lauf eines Seglerlebens. Niemand ist davor gefeit. Es gibt kaum eine andere Situation, in der es derart auf seglerisches Können, eigene Instinkte und gute Seemannschaft ankommt. Und Glück.“, so leiten Susanne und Thomas von Mare Più ihren Artikel zum Thema Gewittersegeln sein und sie haben Recht.

Wohl jeder Segler ist im Laufe seines Lebens schon mit Unwetter in Berührung gekommen, die einen freiwillig, die anderen unfreiwillig. Umso erstaunlicher ist es, dass es laut Thomas und Susanne noch kein Buch dazu gibt. Als Verlagsprofis sehen beide eine Lücke, die es zu schließen gilt.

Sie rufen deshalb in ihrem Blog Mare Più andere Segler auf, ihre Erfahrungen zum Thema Segeln bei Gewitter zu teilen. Mehr Informationen zum gewünschten Text, Format und Stil, sowie die Kontaktadresse gibt es HIER.

Share

Wie es begann – Was bringt einen Normalo auf die Idee sich ein Boot zu kaufen?

Segeln, Meer, Boote allgemein haben es mir schon immer sehr angetan. Doch reicht das wirklich aus, um sich in das Abenteuer „Eigene Yacht“ zu stürzen und dann gleich einen Plan wie 3.500 sm rund um Europa anzugehen?

Vorweg, Menschen wie mich gibt es Tausende und Abertausende, direkt um Sie herum und vielleicht sind Sie sogar „wie ich“: wir haben irgendwann in Kindertagen segeln auf dem Opti gelernt, sind später auf größere Jollen gewechselt. Später dann haben wir auch mal den Binnen- und Seeschein gemacht und jetzt, vielleicht im Höhepunkt des Berufslebens, finden wir nicht mehr wirklich die Zeit segeln zu gehen. Alle Jubeljahre chartern wir uns irgendwo ein und natürlich, ja, Urlaub an der Küste, so oft es geht. So mit schön am Strand liegen, baden und spazieren gehen.

Genau das ist meine Ausgangslage. Und ich bin es leid nicht zu machen, was ich wirklich will, segeln.

Deshalb wird jetzt auf konkrete Ziele hingearbeitet:

  1. In (oder ab) 2016 ein Boot kaufen
  2. Mit dem Boot (wo auch immer der Starthafen sein mag) rund um Europa bis ins zentrale Mittelmeer
  3. Den Song „What shall we do with the drunken sailor“ auf der Ukulele spielen lernen

Share