Know How: Navigation in Gezeitengewässern

Es gehört wohl zu den absoluten Alptraumszenarien aller Segler: auf Grund laufen. Die Gründe für eine Grundberühung können so vielfältig sein, eine Untiefe übersehen, verpasst das Lot zu checken, von Strömung oder Wind vom Kurs abgetrieben oder oder oder. Auf der Rundeuroparoute habe ich deshalb den größten Respekt vor der Nordseeküste und dem Englischen Kanal mit den dort herrschenden Gezeiten. Fahrtenseglern die bislang überwiegend auf der Ostsee oder dem Mittelmeer unterwegs waren, sind Gezeiten fast völlig unbekannt oder zumindest sind Gezeiten für sie kein elementer Faktor in der Navigation. Für die Nordseeküste und den Englischen Kanal sieht das anders aus. Ohne Einbeziehung der Gezeiten ist keine sinnvolle Planung möglich. Es gibt etwa Häfen, die bei Niedrigwasser nicht angelaufen werden können, sondern nur bei ausreichend Wasserstand. Das bedeutet im Umkehrschluß, dass wenn man in so einem Hafen erstmal liegt, man auch nicht so einfach nach Lust und Laune wieder auslaufen kann.

Beeindruckend ist auch, sich den Tidenhub – also den Höhenunterschied zwischen Ebbe und Flut – in Zahlen anzuschauen:

In Roscoff, einem Hafen in der Bretagne, schon sehr weit westlich und kurz vor dem Atlanik oder etwa in Le Havre, in der Normandie, werden durchschnittlich 8m Tidenhub gemessen. Das entspricht etwa der Höhe eines Einfamilienhauses.

Nun fällt es auch nicht weiter schwer sich vorzustellen, dass Wasser welches in regelmäßigen Abständen zu- und abfließt auch eine starke Strömungsgeschwindigkeit hat. Auch das muss bei der Navigation berücksichtig werden, sonst macht man gegen den Strom zwar Fahrt durchs Wasser, aber keine Fahrt über Grund. Bestenfalls plant man so, dass man mit dem Strom abläuft und die Gezeitenströmung so zum eigenen Vorteil nutzt.

Guido Dwersteg von der Carpe Diem hat zur Navigation in Gezeitenrevieren ein tolles Youtube Video veröffentlicht. Da wird die Komplexität des Themas noch mal deutlich.

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Know How: Das SRC Seefunkzeugnis

Und wieder ist ein weiterer Schritt getan. Für den 6. und 7. Dezember bin ich zum Wochenendkurs als Vorbereitung zur Prüfung des SRC (Short Range Certifikate) Seefunkzeugnis angemeldet. Am 11.12. findet dann die Prüfung zum Erlangen des „beschränkt gültigen Funkbetriebszeugnisses“, so heisst der SRC Schein im Beamtendeutsch, statt.

Weshalb brauche ich das SRC? Tatsächlich ist das Funkbetriebszeugnis für den Schiffsführer vorgeschrieben, wenn ein an Bord befindliches UKW-Seefunkgerät mit GMDSS-Funktionalität benutzt wird. Das Schöne am SRC Schein ist, dass er international anerkannt ist, d.h. weltweit genutzt werden kann.

Wichtiger als diese Formalität ist mir jedoch, dass ich lerne, souverän mit dem Seefunk und dem Gerät umzugehen. Im Notfall wird nämlich nicht viel Zeit sein und sicherer Umgang kann entscheidend sein.

Besonders clever vom Veranstalter des Kurses, auf der Website gibt es KOSTENFREI jede Menge tolles Material zur SRC Funkzeugnis Prüfungsvorbereitung:

http://www.nautik-funk-berlin.de/Download/Neue-Pruefungsfrageboegen-SRC-Seefunkzeugnis.pdf

http://www.nautik-funk-berlin.de/Download/Neue-Seefunktexte-ab-Oktober-2007.pdf

http://www.nautik-funk-berlin.de/Download/Fragenkatalog-SRC-Pruefung-Seefunkzeugnis.pdf

Fotos und mehr Infos zum Kurs folgen dann in ein paar Wochen 🙂

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Know How: Welche Nachweise brauche ich? Was muss ich können? Was muss ich wissen?

Obwohl ich kein Segelneuling bin und auf 24 Jahre Erfahrung auf dem Wasser, als Crewmitglied und als Skipper, zurückblicken kann, habe ich ungeheuren Respekt vor der Aufgabe, die ich mir gestellt habe. Vielleicht aber gerade auch deswegen.

Der Törn rund um Europa führt über einige der am schwierigsten zu befahrenen Gewässer. Da wäre etwa der Ärmelkanal, die am stärksten befahrenen Seeschiffahrtsstraßen der Welt mit komplexen Tiden und Verkehrstrennungsgebieten zwischen den Ost- und Westrouten. Da ist die Biskaya, mit dem Kontinentalschelf, Atlanikwellen und unberechenbaren Westwinden. Und nicht zu vergessen die Straße von Gibralta mit ihren berüchtigten Windwechseln.

Davon abgesehen gelten unterwegs sicherlich unterschiedliche rechtliche Vorschriften: Einklarieren, Ausklarieren, Flaggenführung, Schiffspapiere und Bootsversicherung, Seefunk, Skipperbefähigung, bauliche Bestimmungen des Boots, usw. Davon habe ich ehrlich gesagt noch nicht die geringste – oder zumindest nur wenig – Ahnung. Natürlich habe ich den Sportbootführerschein Binnen und See, aber reicht das? Muss ich beim Kauf des Boots an besondere bauliche Vorschriften denken? Zum Beispiel herrscht in der Türkei eine Tankpflicht, deren Entleerung über eine Bluecard kontrolliert wird. Das bedeutet gleichzeitig, dass ich überhaupt erstmal einen Fäkalientank brache (auch Blackwater-Tank genannt, in Abgrenzung zum Greywater, welches Dusch- und Pantryabwasser ist).

Mein vielleicht größtes Handicap ist, dass ich von Motoren überhaupt keine Ahnung habe, noch nie ein Funkgerät angefasst habe und auch eher handwerklich zwei linke Hände habe – wenngleich mit großem Improvisations- und Überlebenstalent gesegnet.

Last but not least, gilt  es meine bessere (wirklich viel viel viel bessere) Hälfte auch „mitzunehmen“. Sie als Segelneuling an allen Themen teilhaben zu lassen, immerhin ist sie Co-Skipper und sollte im Notfall in der Lage sein „den Kahn ins Trockene“ zu bringen und auch sonst soll uns das ganze Vorhaben gemeinsam weiterbringen.

Nun steht erstmal die Wintersaison vor der Tür und mit segeln ist für die nächsten Monate Feierabend. Die perfekte Zeit, um die zuletzt genannte Punkte anzugehen.

  • Verständnis schaffen & Leidenschaft für das Vorhaben entfachen
  • SRC-Funkzeugnis machen
  • Charterplanung für 2015, um Wissen- und Erfahrungslücken zu schließen

 

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Planung: Wo fange ich an? Bootskauf? Törnplanung? Zeitlichen Rahmen abstecken? Budget aufsetzen?

Nachdem der Entschluss erstmal gefasst ist, prasseln HUNDERTE von Fragen auf mich ein und damit stellt sich das Problem: wo anfangen?
Das Wichtigste vorab – das bete ich seit Wochen täglich wie ein Mantra vor mir her.

Ein Bootskauf und eine Langfahrt sind keine Raketenwissenschaft.

Das ist vielleicht wirklich schon die wichtigste Erkenntnis. Man muss es sich also nicht zu kompliziert machen. Aber wozu dann überhaupt dieser Blog? Meine Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass eine gute Planung gepaart mit der nötigen Flexibilität die Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung erhöht. Sprich, wenn man sich vorher Gedanken macht, dann ist das Vorhaben einfacher umzusetzen.

Deshalb also Planung und damit anfangen, die einzelnen Themen zu Blöcken zusammenzufassen.

Die Planung als Mindmap von http://bubbl.us
Die Planung als Mindmap von http://bubbl.us

Meine großen Herausforderungen sind also Budget, Zeitrahmen und der Aufbau von Wissen. Zu jedem dieser Themenblöcke gibt es Unterthemen die wiederum Unterpunkte haben können. Man sieht sehr schön, wie die groben Themen nach unten immer konkreter werden. „Know-How aufbauen“ klingt noch sehr schwammig. „Einen Erste Hilfe Kurs machen“ ist dagegen schon ein ganz konkretes Vorhaben. Diese erste Planung wird sicherlich für jeden der sie macht unterschiedlich ausfallen. Der ein oder andere wird vielleicht noch einen Seeschein oder SKS oder ein anderes Zeugnis machen wollen. Mit meinem Sportbootführerschein See fühle ich mich gut bedient, daher entfällt das bei mir unter Qualifikation.

Ich habe auch gleich überlegt, wie einzelne Themen miteinander zu tun haben. So hat das Budget natürlich auch Einfluss auf den Zeitrahmen. Ist ja auch klar, je mehr Budget da ist, desto länger kann die Tour gehen. Oder auch die Abhängigkeit des Yachtkaufs von der Tourenplanung, viele kurze Törns mit Liegenzeiten in Häfen begünstigen ein kleineres Boot, wegen der nicht geringen Liege- und Unterhaltskosten. Die Tourenplanung bestimmt aber letztlich auch, an welchen Stellen ich noch vorab Reviererfahrung aufbauen will, etwa auf dem Ärmelkanal, der Biskaya oder oder oder.

In der nächsten Zeit nehme ich mir die einzelnen Punkte genauer vor. Hab ich was vergessen?

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Ausrüstung: Törnplanung mit Opensource Seekarten

Von Binnengewässern kenne ich die Revierführer als Ringband. Auf der Nordsee, der Ostsee und auch im Mittelmeer habe ich bislang gedruckte Seekarten zur kurzen Törnplanung genutzt, von Marina A zu Marina B, und dann jeweils auf dem Boot die Koordinaten als Wegpunkte in das Navi eingegeben. In Foren, bei Facebook und auch von meinem Schwager habe ich immer mal wieder gehört, dass das inzwischen einfacher ist. Gerade für längere oder komplexere Routen kann man die Wegpunkte daheim am Computer oder Tablet direkt aus digitalen Seekarten raussuchen und dann mit dem Navi synchronisieren. Tolle Sache, erspart es doch Zeit auf dem Boot, wenn man das in einem Rutsch machen kann. Zumal man sicherlich so auch Alternativrouten vorbereiten kann. Ich nehme mir also vor auch in den Genuss dieses Komforts zu kommen. Nur, wo anfangen?

Erste Anlaufpunkt ist natürlich mein Schwager. Der ist genauso technophil wie ich und segelt immerhin mit seiner Odin 820 und der Familie jedes Jahr im Mittelmeer. Da kommt sie schon, die erste Klatsche, „Ich mach das auch dem Mac und synchronisiere das dann mit dem iPad und blablabla.“ Nach „Mac“ habe ich mich schon geistig verabschiedet, denn ich bin seit 2006 Apple-frei (und das ist gut so). Von meiner Segelgruppe bei Facebook erfahre ich, dass anscheinend die für Apple verfügbare Software das Maß aller Dinge ist. Schließlich ein kleiner Lichtblick bei Stephan, der nutzt Navonics, hat aber anscheinend demnächst was Neues am Start. Navonics hat immerhin eine Seekarten WebApp und bietet Apps sowohl für Android als auch iOS und auch Windows Mobile. Das ist doch schon mal was!

Bei weiteren Recherchen stoße ich auf das Projekt Openseamap. Heureka! Die nächsten Tage und Wochen werde ich mal schauen, was das gute Stück so alles kann und ob es sich für meine Planung eignet. Darüberhinaus bin ich für alle Tipps, Empfehlungen und Erfahrungen zu digitalen Seekarten dankbar.

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Messebesuch: hanseboot 2014

Wir waren auf der hanseboot 2014 in Hamburg. Für mich war es die erste Bootsmesse seit etwa 10 Jahren. Sinn des Besuchs war es einerseits Melly an das Thema Yachten heranzuführen, einige Bootstypen als potentielle Kandidaten zu „scouten“ und auch einen Überblick über den aktuellen Stand der Möglichkeiten zu bekommen.

Zumindest den ersten Teil können wir als erfolgreich verbuchen 🙂 Nachdem die anfängliche Skepsis überwunden und die ersten Yachten begutachtet wurden, ging es ganz flott, „Das gefällt mir!“, „Wahnsinn wie viel Platz hier ist!“, „Das ist doch so totaler Unfug!“, usw. Ich hab mich bemüht so viel wie möglich zu erklären. Was ist der Unterschied zwischen Lang- und Kurzkiel? Wo liegen die Vor- und Nachteile? Wie läuft das mit Steuerrad oder Ruder? Weshalb ist mir was beim Boot wichtiger und was weniger? Besonders haben es uns zwei Decksalon Yachten angetan, doch zu denen an anderer Stelle mehr.

Dann gab es natürlich noch Stephan und Polly. Es war schön Stephan mal live zu erleben. Voll Inbrunst hat er vom Bente 24 Projekt geschwärmt und man merkt, dass der Mann voll und ganz dahinter steht. Das neue „Volksboot“ – so der Bente Untertitel – ist schon sehr interessant und auch die Idee des Downsizing in Anwendung auf ein modernes Boot zu sehen ist toll, aber für unseren Plan orientieren wir uns doch an 31+ Fuß. Leider war Stephan so unter Beschlag von Besuchern, dass fast keine Zeit für einen ausführlichen Schnack blieb. Ich hoffe, wir können das nachholen.

Genau am Stand von Bente 24 kam es aber zum für mich schönsten Messemoment, vielleicht sogar zum Wiedersehens des Jahres: mir lief mein lieber Freund und ehemaliger Vorschoter aus Jugendzeiten Thomas aus Neubrandenburg mit seiner Freundin über den Weg. Kaum vorzustellen, wir hatten uns wohl vor 14 Jahren das letzte Mal gesehen.

Ganz am Rande gab es noch eine Minipremiere. Anstatt klassisch ein Hotelzimmer für den Messebesuch zu buchen, hatte ich über airbnb.de ein Zimmer reserviert, per App auf dem Handy. Total klasse Sache!

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Wie es begann – Was bringt einen Normalo auf die Idee sich ein Boot zu kaufen?

Segeln, Meer, Boote allgemein haben es mir schon immer sehr angetan. Doch reicht das wirklich aus, um sich in das Abenteuer „Eigene Yacht“ zu stürzen und dann gleich einen Plan wie 3.500 sm rund um Europa anzugehen?

Vorweg, Menschen wie mich gibt es Tausende und Abertausende, direkt um Sie herum und vielleicht sind Sie sogar „wie ich“: wir haben irgendwann in Kindertagen segeln auf dem Opti gelernt, sind später auf größere Jollen gewechselt. Später dann haben wir auch mal den Binnen- und Seeschein gemacht und jetzt, vielleicht im Höhepunkt des Berufslebens, finden wir nicht mehr wirklich die Zeit segeln zu gehen. Alle Jubeljahre chartern wir uns irgendwo ein und natürlich, ja, Urlaub an der Küste, so oft es geht. So mit schön am Strand liegen, baden und spazieren gehen.

Genau das ist meine Ausgangslage. Und ich bin es leid nicht zu machen, was ich wirklich will, segeln.

Deshalb wird jetzt auf konkrete Ziele hingearbeitet:

  1. In (oder ab) 2016 ein Boot kaufen
  2. Mit dem Boot (wo auch immer der Starthafen sein mag) rund um Europa bis ins zentrale Mittelmeer
  3. Den Song „What shall we do with the drunken sailor“ auf der Ukulele spielen lernen

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